Home Office im Call Center - So machst du es richtig

Wenn man als Callcenter Mitarbeiter aufgrund des Corona Virus, ins Homeoffice geschickt wird, ist das nicht nur eine Ausnahmesituation, sondern auch mit enorm viel Vertrauen deines Arbeitgebers verbunden. Was du sowohl rechtlich als auch organisatorisch beachten musst, besprechen wir jetzt.

 

Mein Name ist Uwe Bothe, ich bin Trainer und Berater für Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung. Vielleicht kennen wir uns ja bereits aus dem ein oder anderen Workshop persönlich. Falls nicht, holen wir das möglicherweise irgendwann einmal nach und ich gebe dir heute aus meiner langjährigen Erfahrung im Homeoffice, nützliche Tipps, die dir helfen, deinen neuen Alltag zu meistern.

 

Der Unterschied zum Normalbetrieb ist aber, dass du keinen Trainer oder Coach zur Seite hast. Du kannst also deinem Arbeitgeber und dir selbst beweisen, dass du zu den Gewinnern dieser Krise gehörst und dass man auf dich zählen kann, wenn es darauf ankommt.

 

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Als ich vor 20 Jahren im Callcenter als Call-Agent angefangen habe, da war an Homeoffice in diesem Bereich gar nicht zu denken. Damals war DSL auf dem Markt ganz neu und nur in den Großstädten verfügbar. Telefonie über einen Dialer war Zuhause ebenfalls fast nicht machbar und wenn dann richtig teuer.

 

Umso schöner, dass wir uns technisch so weiterentwickelt haben, dass wir heute eine Möglichkeit haben, in Krisenzeiten weiterhin Geld zu verdienen.

Apropos Geld, deine Firma kostet diese Situation extrem viel Geld und nebenbei, schenkt dir dein Unternehmen ein Höchstmaß an Vertrauen.

 

Zuverlässigkeit und Datenschutz sind sehr wichtige Themen, an die du dich Zuhause noch mehr halten musst. Deine Mitbewohner - egal wer, darf niemals Zugriff auf kundenbezogene Daten haben. Und auch nach wie vor, solltest du dein Handy nicht während der Arbeit benutzen. Auch aus Gründen der Ablenkung nicht! 

 

Hier ein erster Überblick der rechtlichen Dinge:

 

- Privates Handy ist am Arbeitsplatz untersagt – steht auch in allen ordentlichen Datenschutzzusatzvereinbarungen

- Du musst während der Arbeitszeit, alleine im Raum sein. Niemand darf deinen Bildschirm einsehen, auch deine Kinder nicht

- Keine handschriftlichen Notizen da diese nicht Datenschutzkonform vernichtet werden können – außer im Kamin :-)

- Darauf achten dass keine Nebengeräusche den Call stören – auch keine Musik, Radio, TV etc.

- Wenn du deinen Platz verlässt, sperr immer deinen Rechner - Also exakt so, wie im Büro

 

Bereite deinen Arbeitsplatz so vor, dass du dich zum einen wohlfühlst und du aber dort auch über mehrere Stunden entspannt arbeiten und sitzen kannst damit du keine Rücken- oder Nackenschmerzen bekommst. Dein Tisch sollte aufgeräumt sein und du solltest auf eine gute Beleuchtung achten, damit deine Augen entspannt bleiben.

 

Nachdem du dir deinen Arbeitsplatz eingerichtet hast, geht es nun an das wohl schwierigste Thema - die Organisation deines neuen Alltags.

 

Der ein oder andere mag sich beim Homeoffice zunächst auf eine Sache freuen. Endlich in Jogginghose an den Schreibtisch. Schließlich sieht mich ja keiner. Davon rate ich dir jedoch dringend ab. Kleide dich so, als ob du ins Büro gehen würdest. Es geht hierbei um deine Einstellung und Disziplin zur Arbeit.

 

In den ersten Tagen wird sich das noch nicht so sehr bemerkbar machen, aber du wirst schon nach einer Woche Zuhause merken, dass dir die Kollegen und die Gespräche fehlen. Wenn du dann noch ein gemütliches Umfeld hast, dass jederzeit zum Ausruhen einlädt und du die dazu passende Kleidung trägst, dann wird es zu gemütlich und du fängst an, dich gehen und ablenken zu lassen. Mach es dir gemütlich aber sieh es nach wie vor als Arbeit an.

 

Ganz wichtig bei deiner Tätigkeit im Homeoffice ist Disziplin und selbstständiges Arbeiten. Du legst vielleicht gerade den Grundstein für deine Zukunft. Nutze die Chance und das Dir entgegengebrachte Vertrauen. Wenn du das gut machst, ergeben sich vielleicht später Möglichkeiten, die wir und du heute noch nicht kennen und von denen ich als Callcenter Agent vor 20 Jahren nicht mal geträumt habe. Sei fleißig und zuverlässig,  jetzt kannst du beweisen, dass auf dich Verlass ist!

 

Hier ein paar disziplinarische Dinge im Überblick:

 

- Facebook und andere soziale Kanäle während der Arbeitszeit ebenfalls ausschalten

- Feste Arbeitszeit und Pausenzeiten festlegen (in Abstimmung mit deinem Betrieb)

- Kein Essen am Arbeitsplatz. Es ist verlockend das zu tun, trenn es aber voneinander. Gönn dir die entsprechenden Auszeiten und tank dann deine Kräfte auf

 

Alle obigen Dinge beachte ich schon seit mehreren Jahren und kann entspannt von Zuhause aus arbeiten. Der größte Feind ist deine vertraute und gemütliche Umgebung, in der du normalerweise deinen Feierabend verbringst. Lass dich davon nicht ablenken oder beeinflussen und sei dankbar, dass du am Morgen nicht im Verkehr oder der überfüllten S-Bahn stehen musstest, um zur Arbeit zu kommen.

 

Nutze die Zeit, die du normalerweise benötigst, um ins Büro zu kommen, für ein entspanntes Frühstück ggf. mit deiner Familie und sei dankbar, dass du aktuell Arbeit hast und bezahlt werden kannst. Es gibt viele Menschen, denen es gerade nicht so gut geht und die noch nicht einmal ein Dach über dem Kopf oder täglich was zu essen haben. Dankbarkeit, ist ein ganz wichtiger Teil von Erfolg, merk dir das und gib der Gesellschaft was zurück, sobald du kannst!

 

Ich wünsche dir jetzt viel Erfolg im Homeoffice und freue mich, wenn wir uns nach dieser Krise persönlich begegnen können.

 

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann schau die meine anderen Videos zum Thema Arbeit im Callcenter an. Dort gibt es spannende Themen wie Einwandbehandlung, Abschlusstechnik und vieles mehr. Du findest den Blog, Podcast oder die Videos unter www.coachtisch.de oder eben bei YouTube, Spotify, Apple Podcast u.v.m.

 

Take care und bleib gesund

 

dein Uwe

Über den Autor

Uwe Max Bothe ist Trainer & Berater für Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung, mit Schwerpunkt Sales & Customer Care.

 

Er arbeitet seit über 30 Jahren im Vertrieb und Kundenservice, war lange Zeit in der Musikbranche, einem der härtesten Geschäfte überhaupt unterwegs und weiß, dass der Ton die Musik macht.

 

Seit 2007 unterstützt er diverse Großkonzerne und mittelständische Betriebe, bei der Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern und Führungskräften im deutschsprachigen Raum.

 

2019 hat der gebürtige Stuttgarter, der seit 2012 auf Ibiza & Alicante lebt, über 140 Trainingstage mit Leidenschaft absolviert.

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