Home Office - alle Risiken und Chancen sowie mega Tipps

Homeoffice oder Remote Working, wird immer mehr zum Thema. Gerade die Situation mit dem Corona Virus, fordert ein radikales Umdenken in der Gesellschaft und in den Betrieben. Wo immer es geht, werden aktuell Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt. Leider oft ohne die Mitarbeiter, auf die Arbeit von Zuhause aus, vorzubereiten.

 

Persönlich arbeite ich schon fast mein ganzes Leben von Zuhause aus und kenne sowohl Vor- als auch Nachteile. Ein gutes Selbstmanagement ist hierbei essenziell. In diesem Artikel möchte ich dir meine gesammelten Erfahrungen vermitteln und dir dabei helfen, dich perfekt zu organisieren.

Auch als Video und Podcast erhältlich

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1. Vorbereitung

 

Bereite deinen Arbeitsplatz so vor, dass du dich zum einen wohlfühlst und du aber dort auch über mehrere Stunden entspannt arbeiten kannst. Im Büro stehst du zwischendurch auf, holst dir einen Kaffee oder besprichst dich mit einem Kollegen im Nachbarbüro. Im Homeoffice wirst du dich deutlich weniger bewegen als normal. Beuge daher mit diversen Dingen vor, damit du nicht nach wenigen Tagen Rücken- oder Nackenschmerzen bekommst.

 

Die sozialen Kontakte werden dir rasch fehlen und sogar manch unliebsamer Kollege, wäre jetzt für einen Plausch willkommen. Es gibt neben dem Verdienst immerhin einen weiteren sehr wichtigen Punkt, warum wir zur Arbeit gehen - die Kolleginnen und Kollegen.

 

Technisch gesehen, benötigst du ebenfalls ein paar Tools und zu guter Letzt auch etwas Ruhe um konzentriert arbeiten zu können. Denk bitte bei allem, was du machst, auch immer an den Datenschutz!

 

1. Aufgeräumter Schreibtisch / Tisch, an dem du gemütlich sitzen kannst

2. Licht, Licht und noch mal Licht. Licht ist Leben und das merken wir gerade in der dunklen Jahreszeit. Sorge für ausreichend Licht für eine gute Stimmung

3. Idealerweise ein guter Stuhl. Investiere hier gerne ein paar Euro mehr, wenn du es dir leisten kannst, das zahlt sich immer aus.

4. Wenn machbar ein großer Monitor

5. Ein Headset für Telefon- und Videokonferenzen. Im Idealfall eins mit Noise Cancelling. So hast du auch Ruhe, wenn deine Kinder mal etwas lauter sind

6. Dein Raum sollte etwas gedämmt sein, damit du dich bei Telefonaten nicht wie in der Turnhalle anhörst. Möbel, Pflanzen und Teppich helfen gut

7. Eine Steckdose, damit du Handy und Computer jederzeit laden kannst

8. Eine gute Internetverbindung. Am besten kabelgebunden, damit deine Leitung bei Videokonferenzen stabil bleibt

9. Ein Platz mit gutem Handyempfang

10. Bei Videokonferenzen achte ich zusätzlich darauf, wie mein Hintergrund wirkt 

11. Ggf. einen Drucker, ausreichend Papier und denk auch an ausreichend Tinte;-)

 

2. Struktur und Organisation

 

Nachdem du dir deinen Arbeitsplatz eingerichtet hast, geht es nun an das wohl schwierigste Thema - die Organisation deines neuen Alltags.

 

Der ein oder andere mag sich beim Homeoffice zunächst auf eine Sache freuen. Endlich in Jogginghose an den Schreibtisch. Schließlich sieht mich ja keiner. Davon rate ich dir jedoch dringend ab. Kleide dich so, als ob du ins Büro gehen würdest. Es geht hierbei um Einstellung und Disziplin zur Arbeit.

 

In den ersten Tagen wird sich das noch nicht so sehr bemerkbar machen, aber du wirst schon nach einer Woche Zuhause merken, dass dir die Kollegen und die Gespräche fehlen. Wenn du dann noch ein gemütliches Umfeld hast, dass jederzeit zum Ausruhen einlädt und du die dazu passende Kleidung trägst, dann wird es zu gemütlich und du fängst an, dich gehen und ablenken zu lassen.

 

Mach es dir gemütlich aber sieh es nach wie vor als Arbeit an. Deine Firma schenkt dir ein großes Vertrauen, dass du deinen Job mindestens genauso gut machst, wie im Büro. Investiere also noch mehr in diese Zeit, denn es könnte sein, dass dein Chef später vergleicht was besser ist und du dann in Zukunft, diese Freiheit öfters mal beibehalten kannst.

 

In meiner Vergangenheit hatte ich Mitarbeiter, die sich als sehr zuverlässig herausgestellt haben, ebenfalls im Homeoffice arbeiten lassen. Für Alleinerziehende ist das eine Option, wenn die Kita z. B. mal nicht verfügbar ist. Sieh es also als große Chance und Vertrauensbeweis an, wenn deine Company dir dieses Privileg ermöglicht.

 

3. Zeitmanagement

 

Du solltest auch im Büroalltag ein gutes Zeitmanagement haben. Noch wichtige ist dies aber als Remote Worker von Zuhause aus. Wenn du hier keine klaren Abläufe und Routinen generierst, läufst du nur hinterher und bist unproduktiv. Du kennst das, wenn du etwas anfängst, dann gestört wirst und dich danach wieder in die Aufgabe hineindenken musst, ist das auf Dauer ziemlich nervig. Diesen Effekt nennt man "Sägeblatt Effekt". Lass es nicht dazu kommen, sonst braucht dein Tag 48 Stunden und du sitzt bis am späten Abend an deinem Rechner.

 

Schau dir dazu die abgebildete Grafik des "Sägeblatt Effektes an.

Plane deinen Tag und nimm dir etwa 15 Minuten ungestörte Zeit dafür. Diese 15 Minuten sparen dir hinterher mehrere Stunden Arbeitszeit. Probier es aus, du wirst verblüfft sein. Erledige wichtige Aufgaben in einer "stillen Stunde" und mach dabei dein Handy und deinen E-Mail-Empfang aus. Multitasking ist Gift für produktives Arbeiten, mach also immer nur eine Aufgabe voll konzentriert.

 

Hier ein paar weitere wichtige Dinge:

 

1. Fernseher aus! Nimm dir vor Arbeitsbeginn kurz eine TV-Zeit und schau dir Nachrichten o. Ä. an, damit du auf dem Laufenden bist

2. Facebook und andere soziale Kanäle während der Arbeitszeit ebenfalls auf stumm schalten

3. Triff Vereinbarungen mit deiner Familie, dass du, wenn du am Schreibtisch sitzt, nicht gestört werden willst

4. Mach dir vor Arbeitsbeginn (oder am Abend vorher) eine To-do Liste und arbeite die unangenehmen Dinge zuerst ab (auch als Tätigkeitsnachweis gut)

5. Achte auf deinen Biorhythmus - anspruchsvolle Aufgaben immer zuerst erledigen, deine Aufmerksamkeit sinkt bekanntlich über den Tag

6. Feste Arbeitszeit und Pausenzeiten festlegen

7. Bau dir Erinnerungen in dein Handy ein, damit du zwischendurch Bewegung hast. z. B. einmal pro Stunde kurz aufstehen und strecken etc.

8. Lege Zeiten mit deinen Kollegen fest, wann ihr täglich kurz telefoniert, um euch abzustimmen

9. Kein Essen am Arbeitsplatz. Es ist verlockend das zu tun, trenn es aber voneinander. Gönn dir die entsprechenden Auszeiten und tank deine Kräfte auf

10. Schreib alles an Aufgaben sofort auf, dann hast du es aus dem Kopf und es belastet dich nicht mehr. Es ist nachgewiesen, dass dies glücklicher macht

 

Alle obigen Dinge beachte ich schon seit mehreren Jahren und kann entspannt von Zuhause aus arbeiten. Der größte Feind ist deine vertraute und gemütliche Umgebung. Lass dich davon nicht lenken oder beeinflussen und sei dankbar, dass du am Morgen nicht im Verkehr stehen musstest, um zur Arbeit zu kommen.

 

Nutze die Zeit, die du normalerweise benötigst um ins Büro zu kommen, für deine Planung und wenn du offen dafür bist, meditiere 10 Minuten. Du kannst auch unter der Dusche morgens deinen Tag durchgehen. Da du nicht ausser Haus musst, dusch einfach 5 Minuten länger, genieß es und freu dich auf deinen Arbeitstag. 

 

In Zeiten von Corona oder andere Krisen, ergeben sich auch Chancen. Such dir diese und Blick nach vorne.

 

Wenn du weitere Anregungen oder Fragen hast, dann schreib mir doch einfach einen Kommentar. Ich wünsche dir ein erfolgreiches Arbeiten im Homeoffice

 

Dein Uwe

Über den Autor

Uwe Max Bothe ist Trainer & Berater für Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung, mit Schwerpunkt Sales & Customer Care.

 

Er arbeitet seit über 30 Jahren im Vertrieb und Kundenservice, war lange Zeit in der Musikbranche, einem der härtesten Geschäfte überhaupt unterwegs und weiß, dass der Ton die Musik macht.

 

Seit 2007 unterstützt er diverse Großkonzerne und mittelständische Betriebe, bei der Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern und Führungskräften im deutschsprachigen Raum.

 

2019 hat der gebürtige Stuttgarter, der seit 2012 auf Ibiza & Alicante lebt, über 140 Trainingstage mit Leidenschaft absolviert.

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